Sonnensystem

Kometen

 

  

Die wohl auffälligsten und einprägsamsten Objekte, die sich im Sonnensystem bewegen, sind die Kometen. Einige von ihnen werden hell genug, dass sie auch mit bloßem Auge beobachtet werden können. In Einzelfällen kann sogar eine Beobachtung am Tage möglich sein. Kometen bewegen sich meist auf langgestreckten Ellipsenbahnen um die Sonne. Kurperiodische Kometen benötigen einige Jahre bis etwa 200 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Bei langperiodischen Kometen können es schon Jahrtausende bis Millionen Jahre sein. Wahrscheinlich stammen die Kometen aus der Oortschen Wolke, die uns als Überrest der Entstehung des Sonnensystems wie eine Kugelschale umgibt. Ihre Ausdehnung geht wohl bis zu einem Lichtjahr.

 

C/1995 O1   Hale Bopp

 

 

 

14.10.1996 Teleobjektiv 120mm 10 min auf 400 ASA Negativfilm

 

 

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich den Kometen 

( Bildmitte ) bereits durch mein Fernrohr erkennen. Mit bloßem Auge war er noch nicht sichtbar.

Der kleine gelbliche Fleck neben dem Pfeil ist der Kugelsternhaufen M14

 

 

 

Alle Aufnahmen des Kometen Hale Bopp sind handnachgeführt.

2.4.1997 Teleobjektiv 120mm 1 min auf 400 ASA Negativfilm

2.4.1997 Teleobjektiv 120mm 5 min auf 400 ASA Negativfilm

Das Bild links entstand mit einem normalen 50mm Objektiv und wurde 6 min auf 400 ASA  Negativfilm belichtet. 

 

Der helle Stern unter dem Kometen ist der Stern Almach im Sternbild Andromeda.

Auf den 3 Aufnahmen von 1997 ist der Hintergrund recht hell, da sie noch in der Dämmerung gemacht wurden. Doch später verschwand der Komet in einem Baum, wie es rechts oben zu sehen ist.

 

Kometen von dieser Helligkeit sind selten. Dennoch konnte man bereits ein Jahr zuvor den Kometen Hyakutake am Himmel bewundern. Hyakutake war viel größer am Himmel zu sehen aber dafür nicht so hell. Hale Bopp war durch seine große Helligkeit auch unter ungünstigen Bedingungen zu sehen.

Auf den Bildern ist der bläuliche Gasschweif, den man mit bloßem Auge nicht erkennen konnte, und der helle Staubschweif zu erkennen. Der Gasschweif zeigt immer direkt von der Sonne weg.

Die leichten Gasteilchen werden durch den Sonnenwind vom Kometen "weggeblasen". Der Staubschweif folgt ein wenig der Bewegung des Kometen. Die schwereren Staubpartikel können vom Sonnenwind nicht so stark beschleunigt werden.

Obwohl Kometen nur wenige Kilometer Durchmesser haben bilden sie eine große Gashülle ( Koma ) und einen Schweif, der über 100 Millionen Kilometer lang sein kann. Das geschieht aber nur in Sonnennähe, wenn der Temperaturanstieg die Gase zum Verdampfen bringt. Kometen haben eine meist sehr exzentrische Ellipsenbahn. Es sind Kometen bekannt, die alle paar Jahre in Sonnennähe kommen, aber andere wie z.B. Hale Bopp benötigen Jahrtausende.

Kleine, lichtschwache Kometen sind häufiger zu beobachten. Bei einer Helligkeit von meist 9 m und schwächer schwer zu finden und bestenfalls mittleren Teleskopen vorbehalten. Viele Kometen wurden bisher durch Astronomie Amateure entdeckt. Die Wahrscheinlichkeit dafür hat sich aber inzwischen verringert, denn viele werden inzwischen durch Projekte wie LINEAR und NEAT aufgespürt.

 

 

Machholz (C/2004 Q2)

 

 

Im August 2004 wurde dieser Komet entdeckt. Schon im Januar 2005 erreichte er seine größte Helligkeit von bis zu 3,5m. Mit bloßem Auge kann man ihn als kleinen nebligen Fleck am Himmel erkennen. Durch seine günstige Lage im Zenit kann er sehr gut beobachtet werden.  Der Kometenschweif ist allerdings recht schwach und nur durch ein Teleskop erkennbar.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme hellte der Mond den Himmel auf, was eine längere Belichtungszeit unmöglich machte. Der Gasschweif ist daher nur andeutungsweise zu erkennen.

 

 

 

 

16.1.2005, 5 Minuten auf 800 ASA bei 1016 mm Brennweite

 

103P  Hartley 2

 

 

Eigentlich sollte dieser Komet für das bloße Auge sichtbar werden. Die Helligkeit entwickelte sich aber nicht so günstig wie prognostiziert. So nahm ich innerhalb von etwa 2 Stunden 40 Bilder des Kometen auf. Leider bewegte leichter Wind das Teleskop, was ein genaues Nachführen schwierig machte. Nur 6 Bilder konnte ich verwenden. Aber auch auf diesen erscheinen die Sterne verschmiert.

Die Eigenbewegung  des Kometen relativ zu den Sternen wurde nach dem Übereinanderlegen der Bilder deutlich. Die Sterne erscheinen als gepunktete Spur. Ein Schweif ist nicht erkennbar. 

Zum Zeitpunkt der Aufnahme lag die Helligkeit des Kometen bei etwa 8m.

 

 

 

9.10.2010, 6 Bilder 30 bis 90s auf 3200 ASA bei 1016 mm Brennweite

 

C/2012 J1  Catalina

 

 

Ich hatte gehofft, an diesem recht schwachen Kometen wenigstens ansatzweise einen Schweif zu sehen. Aber leider ist dieser, falls vorhanden, wohl zu schwach. Die Bedingungen ermöglichten nur Aufnahmen mit einer Grenzhelligkeit von etwa 16m. Die Helligkeit des Kometen selbst liegt bei etwa 13m. In der Vergrößerung ist zumindest die Koma erkennbar.

Durch seine Eigenbewegung erscheint der Komet auf langen Belichtungen als Strichspur. Deshalb habe ich hier den Kometen zum Nachführen benutzt. Dabei werden die Sterne hier als Strichspuren sichtbar.

 

 

 

C2012 J1 Catalina am 7.12.2012, 160 Aufnahmen je 20s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

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C/2012 K5  LINEAR

 

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass dieser Komet deutlich heller ist, da er zum Zeitpunkt der Aufnahme mit einer Helligkeit von 11m prognostiziert wurde. Enttäuscht war ich, als ich in den Rohbildern nichts vom Kometen entdecken konnte. Erst durch die starke Bearbeitung des Summenbildes zeigte sich ein winziger Zipfel unter der Strichspur eines Sterns von 14,5m (Bildmitte). Dieser sehr schwache Komet hat in der Aufnahme höchstens noch eine Helligkeit von 16m

In der Vergrößerung habe ich zum Vergleich noch ein Bild aus meiner Astrosoftware zum Zeitpunkt der Aufnahme eingebaut.

 

 

 

C2012 K5 LINEAR am 10.2.2013 (19.30 Uhr bis 20.30 Uhr), 180 Aufnahmen je 15s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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C/2011 L4  PANSTARRS

 

Die Prognosen für diesen Kometen waren sehr vielversprechend. Leider entspricht L4 Panstarrs nicht ganz den Erwartungen. Mit etwa 2m und einer visuell recht geringen Größe ist er mit bloßem Auge nur unter günstigen Bedingungen zu finden. Aber mit dem Fernglas ließ sich dieser Komet gut beobachten. Die niedrige Lage über dem Horizont erfordert einen sehr klaren Himmel.

 

Während dieser Aufnahme waren die Bedingungen nur mäßig. Schwierigkeiten beim Scharfstellen (mangels heller Sterne in der Umgebung) und starkes Seeing in Horizontnähe lassen das Ergebnis recht unscharf erscheinen.

 

C2011 L4 PANSTARRS am 14.3.2013 (19.30 Uhr bis 20.15 Uhr), 315 Aufnahmen je 3s bis 4s durch 135 mm Teleobjektiv auf Canon EOS 1100Da bei 3200 ASA bis 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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Lange Zeit war der Himmel hier bedeckt und keine weitere Beobachtung möglich. Erst einige Wochen später ergab sich die nächste Gelegenheit. Wenige Tage zuvor bewegte sich der Komet Panstarrs dicht an M 31 vorbei. Zumindest gelang es mir noch, beide auf einem Bild abzulichten.

 

Die Bedingungen in Horizontnähe waren auch hier nicht besser. Da der Komet aber schon an Höhe gewonnen hatte, waren Aufnahmen später möglich, als die Dämmerung schon weiter fortgeschritten war. Trotzdem war wieder eine starke Nachbearbeitung nötig.

 

C2011 L4 PANSTARRS am 7.4.2013 (21.00 Uhr bis 21.20 Uhr), 170 Aufnahmen je 3,2s durch 135 mm Teleobjektiv auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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C/2012 S1 (ISON)

 

Bevor sich dieser Komet sehr dicht an die Sonne annähert, ist er am Morgen vor Sonnenaufgang sichtbar. Die Helligkeit liegt hier bei etwa 10m

 

Leider begann während dieser Aufnahmeserie bereits die Morgendämmerung, sodass der Komet schnell verblasste und ich nicht alle Bilder für die Auswertung verwenden konnte.

 

C2012 S1 ISON am 1.11.2013 (5.10 Uhr bis 5.45 Uhr), 110 Aufnahmen je 15s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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Hier noch ein kurzes Video, in dem man die Bewegung des Kometen vor dem Himmelshintergrund im Zeitraffer erkennen kann. Am Ende ziehen noch schwache Zirruswolken durch das Bild. Außerdem wird der Schneckenfehler des Teleskops und die ungenaue Einnordung sichtbar:

C/2013 R1 (Lovejoy)

 

Der Komet Lovejoy hat zu diesem Zeitpunkt bereits seine größte Helligkeit von etwa 10m erreicht. Recht hoch im Süden ist er hier in der zweiten Nachthälfte beobachtbar, also unter recht guten Voraussetzungen. Der Schweif des Kometen ist äußerst schwach und in dieser Aufnahme nicht zu erkennen.

 

C2013 R1 Lovejoy am 1.11.2013 (2.25 Uhr bis 5.00 Uhr), 310 Aufnahmen je 15s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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Hier ebenfalls ein kurzes Video, in dem man die Bewegung des Kometen vor dem Himmelshintergrund im Zeitraffer erkennen kann. Etwa eineinhalb Stunden sind auf 4s zusammengefasst:

Einen neuen Versuch unternahm ich wenige Wochen später. Leider hatte ich wenig Zeit. So nahm ich den Kometen kurzerhand mit stehender Kamera und Teleobjektiv durch ein geöffnetes Fenster auf. Das wirkt sich natürlich sehr ungünstig auf das Seeing aus. Die Helligkeit des Kometen betrug zu diesem Zeitpunkt etwa 5m. Wegen der ungünstigen Bedingungen wenige Grad über dem Horizont war eine direkte Sicht mit bloßem Auge nicht möglich. Mit einem Fernglas war der Komet aber gut zu erkennen. Gelegentlich zogen schwache Zirren durch das Bild.

 

C2013 R1 Lovejoy am 25.11.2013 (18.05 Uhr bis 18.30 Uhr), 315 Aufnahmen je 3,2s durch das 135mm Teleobjektiv auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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C/2012 K1 (PANSTARRS)

 

 

 

Am Ende einer Beobachtungsnacht plante ich noch die Aufnahme eines Kometen mit nur 12m Helligkeit, da er sich in einer günstigen Position befand. Im Ergebnis nehme ich allerdings an, dass der Komet zu diesem Zeitpunkt schon etwas heller als nur 12m war. Er war bereits in den Rohaufnahmen gut zu erkennen. Im Bild scheint es einen winzigen Schweif nach leicht links oben zu geben. Anfangs nahm ich an, dass es eine Erscheinung ist, die durch schwache Hintergrundsterne erzeugt wird. Aber inzwischen wird immer deutlicher, dass es sich wohl um den beginnenden Staubschweif des Kometen handelt. Er zeigt etwa entgegen der Bewegungsrichtung des Kometen, die hier im Bild nach rechts geht. Der schwache Gasschweif zeigt nach links unten. Das heißt, eigentlich ist es zu diesem Zeitpunkt die leicht nach links unten verlängerte Koma. Besser erkennbar ist, dass der Kern etwas weiter rechts oben in diesem diffusen Nebelfleckchen liegt.

 

C/2012 K1 PANSTARRS am 25.2.2014, 28 Aufnahmen je 180s durch das 250/1016 SN im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Mein erster Versuch, Komet und Sterne gleichermaßen darzustellen ist hier rechts zu sehen. Es handelt sich um exakt dieselben Rohbilder wie in der Aufnahme darüber. 

Ich habe die Aufnahmen einmal so addiert wie im oberen Bild mit dem Kometen als Referenzobjekt und einmal mit den Sternen als Referenz. Die beiden Ergebnisse habe ich dann in einem Bild kombiniert.

 

C/2012 K1 PANSTARRS am 24.4.2014, 25 Aufnahmen je 140s durch das 250/1016 SN im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

Eine erneute Aufnahme gelang mir zwei Monate später. Der Komet erscheint nun deutlich größer und heller. Seine Helligkeit liegt inzwischen bei etwa 10m . Die Sichtbedingungen an diesem Tag waren allerdings nicht besonders gut. So gehen Teile des Kometen im hellen Hintergrund unter. 

Der Staubschweif ist schon recht gut zu erkennen, aber der Gasschweif ist in dieser Aufnahme nicht sichtbar.

Die Belichtungszeit ist hier schon etwas zu lang gewählt, da der Komet eine hohe Winkelgeschwindigkeit hat. Der Kometenkern scheint schon ein wenig in die Länge gezogen. 

 

 

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C 2014 Q2 (Lovejoy)

 

Schon einige Wochen war dieser Komet am Himmel zu sehen. Allerdings ließ die Witterung keine Beobachtung zu. An diesem Abend war jedoch klarer Himmel und ich baute das Teleskop auf. Dies ist gleichzeitig das "First light" für das 10"-Newton Teleskop.

Die Bedingungen waren nicht gerade gut. Da ich mich beeilen musste, war das Teleskop wohl nicht vollständig ausgekühlt. So wurden die Aufnahmen mit der Zeit leicht unscharf. Mehrmals brachte ein leichter Windstoß das Teleskop zum Wackeln, sodass die Sterne auf einigen Einzelbildern etwas matschig wirken.

Trotzdem war ich im Ergebnis überwältigt von der riesigen Koma des Kometen. Sie erstreckt sich über rund ein halbes Grad. Der Schweif ist hier nur am Ansatz zu sehen. Seine Länge beträgt mehr als 10°. Mit 4m ist der Komet auch schon mit bloßem Auge zu erkennen.

Leider war die Beobachtung nach wenig mehr als einer Stunde schon zu Ende. Wolken überzogen den Himmel und ließen keine weiteren Aufnahmen zu.

 

C/2014 Q2 (Lovejoy) am 21.1.2015, 50 Aufnahmen je 85s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 1600 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

Zusätzlich habe ich wieder ein kurzes Video zusammengestellt, in dem man die Bewegung des Kometen vor dem Himmelshintergrund im Zeitraffer erkennen kann. Etwa eine Stunde ist auf 6s zusammengefasst. Die mäßige Himmelsqualität lässt den Schweifansatz im Hintergrund nahezu verschwinden: (Video codiert als: H.264/MPEG-4 AVC)

 

 

C/2013 US10 (Catalina)

 

 

Die Prognosen für diesen Kometen waren vielversprechend. Eine Sichtbarkeit für das bloße Auge erschien wahrscheinlich. Leider nicht ganz so hell erschien er im Helligkeitsmaximum. Aber mit 6,5m ist er immer noch ein recht heller Komet und konnte mit dem Fernglas beobachtet werden. Seine beiden Schweife erschienen aber eher bei größeren Öffnungen.

Neben dem dünnen Gasschweif hat der Komet Catalina auch noch einen ausgeprägten Staubschweif. Nach der Perihelpassage erschien der Staubschweif einige Zeit lang sogar nahezu entgegengesetzt zum Gasschweif. Im Bild links hat er immer noch einen Winkel von etwa 90° zum Gasschweif und zeigt damit nach unten. 

Der Staubschweif ist in der Aufnahme sehr diffus und auch ein wenig an der Farbe zu erkennen. Während die Koma in türkisfarbenem Licht erscheint, wirkt der Staubschweif eher grau.

Die Winkelgeschwindigkeit des Kometen war zum Zeitpunkt der Aufnahme sehr hoch. etwa 0,1° in einer Stunde bewegte er sich am Himmel. Für die Aufnahme musste ich die Kamera deshalb so positionieren und drehen, dass der Komet in drei Stunden nicht aus dem Bild wandert. Selbst die Belichtungszeit von 35s war noch zu lang. Der Kometenkern erscheint in den Aufnahmen bereits als deutliche Lichtspur. Leider musste ich am Ende einige Bilder löschen, da kurz vor Beginn der Dämmerung Wolken aufzogen.

 

C/2013 US10 (Catalina) am 9.1.2016, 300 Aufnahmen je 35s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, ohne Filter, addiert mit Fitswork

 

Aus allen Aufnahmen habe ich erneut ein kurzes Video zusammengestellt, in dem man die Bewegung des Kometen vor dem Himmelshintergrund im Zeitraffer erkennen kann. 3 Stunden sind hier auf 10s komprimiert. Die Aufnahme begann in einem Gebiet mit etwas Streulicht. Während der Aufnahmeserie verbesserte sich die Himmelsqualität.

 (Video codiert als: XVid/MPEG-4)

252P (Linear)

 

 

 

 

Dieser kurzperiodische Komet ist einer der wenigen, der die Erwartungen deutlich übertroffen hat. Bei der prognostizierten Helligkeit von 10m bis 11m ist es nicht geblieben. Diese stieg auf deutlich mehr als 6m an, sodass dieser Komet sogar ein Fernglasobjekt wurde. Hinzu kam, dass er bei langsam abnehmender Helligkeit nahezu die ganze Nacht zu beobachten war.

Leider gibt es aber auch eine weniger gute Nachricht. Die Helligkeit verteilte sich über eine sehr große Fläche. So war der Komet im Fernglas nur als schwach sichtbares, diffuses Nebelwölkchen zu erkennen. In der lang belichteten Aufnahme ist die Ursache zu sehen. Die Koma ist riesig, wahrscheinlich noch viel größer, als in der Aufnahme sichtbar. Der winzige Schweif ist darin kaum auszumachen.

 

 

 

 

252P (Linear) am 7.5.2016, 65 Aufnahmen je 145s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork  

 

 

41P (Tuttle-Giacobini-Kresak)

 

 

Ich führte Testaufnahmen mit dem Teleobjektiv 250mm in Kombination dem Nano Sky-Tracker durch. Dabei wählte ich diesen Kometen als eines der Testobjekte aus. Das Ergebnis entspricht etwa meinen Erwartungen.

 

Alle etwa fünfeinhalb Jahre befindet sich dieser Komet auf seiner Bahn in Sonnennähe. In diesem Jahr ist seine Lage im Sonnensystem günstig, sodass er recht gut beobachtet werden kann. Seine Helligkeit zu diesem Zeitpunkt lag bei 7,5m.

 

 

 

 

 

41P (Tuttle-Giacobini-Kresak) am 25.3.2017, 380 Aufnahmen je 25s durch das 250mm f/5,6 Teleobjektiv mit Canon EOS 1100Da bei 1600 ASA, addiert mit Fitswork  

 

Etwa einen Monat später nahm ich den Kometen erneut auf. Diesmal mit dem Newton-Teleskop bei 1m Brennweite. Dabei zeigte sich wieder, wie ausgedehnt die Koma dieses Kometen ist. Bereits mit einem Fernglas lässt er sich gut erkennen. Einen Schweif fand ich jedoch nicht. Dafür erscheint das Kerngebiet ein wenig länglich. Die Helligkeit zu diesem Zeitpunkt lag immer noch bei 7,5m.

 

Zu diesem Zeitpunkt ist die Winkelgeschwindigkeit recht hoch, was sich in der Zeitrafferaufnahme deutlich bemerkbar macht. Knapp 2 Stunden sind hier auf 7s komprimiert. Da der Hintergrund in den Einzelaufnahmen recht hell war, habe ich den Kontrast erhöht.

 

Video codiert als: XVid/MPEG-4)

 

 

 

41P (Tuttle-Giacobini-Kresak) am 30.4.2017, 100 Aufnahmen je 50s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

45P (Honda-Mrkos-Pajdusakova)

 

 

Dieser Komet hat eine Periode von knapp fünfeinhalb Jahren. Da er mit einer Helligkeit von 9,5m geführt wurde, war ich sehr zuversichtlich, was die Aufnahmen betraf. In den Rohbildern sah ich den Kometen erst mal nicht. Gut, das ist nicht selten.

Leider zogen dann auch noch Zirrus-Wolken durch das Bild, sodass ich die Aufnahmeserie nach einer Stunde abbrechen musste.

Als ich dann aber die Auswertung durchführte fand ich immer noch keinen Hinweis auf den Kometen. Ich prüfte die Aufnahmekoordinaten. Sie waren in Ordnung. So übernahm ich die Koordinaten zur Berechnung der Kometennachführung in Fitswork aus der Astronomie-Software. Ich nutzte verschiedene Wege und erhielt am Ende mehrere Ergebnisse. Erst mal sah ich nichts. Aber bei genauerer Betrachtung fiel mir eine kaum merkliche Aufhellung auf. Nach starker Nachbearbeitung wurde diese Aufhellung etwas deutlicher, blieb aber dennoch kaum wahrnehmbar. Aber ich bin sicher, das muss der Komet sein. 

Wenige Tage später wurde der Komet mit einer Helligkeit von 12m angegeben. Aber auch das scheint mir recht optimistisch.

 

45P (Honda-Mrkos-Pajdusakova) am 25.3.2017, 35 Aufnahmen je 130s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork  

 

C/2015 V2 (Johnson)

 

 

Hier handelt es sich um einen extrem langperiodischen Kometen, oder um einen der uns nur einmal besucht und dann in die Tiefen des Alls entschwindet. Eine Periode ist jedenfalls zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Nachdem ich die Aufnahme des Kometen darüber abbrechen musste, klarte der Himmel nach einigen Stunden wieder auf. Aufgrund seiner günstigen Lage wählte ich nun diesen Kometen als Aufnahmeobjekt. Obwohl seine Helligkeit ebenfalls mit 9,5m angegeben wurde, war der Komet in den Rohbildern auf dem Kameradisplay sofort als kleines Nebelfleckchen erkennbar.

Seine Helligkeit könnte in den nächsten Wochen noch um zwei Größenklassen zunehmen.

 

 

C/2015 V2 (Johnson) am 26.3.2017, 80 Aufnahmen je 130s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork 

 

 

Einen weiteren Versuch, diesen Kometen aufzunehmen, unternahm ich ungefähr einen Monat später. Die Helligkeit hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt auf etwa 8m erhöht. Der Schweif ist in dieser Aufnahme allerdings weniger deutlich sichtbar.

 

Die Winkelgeschwindigkeit des Kometen hat inzwischen ebenfalls zugenommen, was bereits an den längeren Strichspuren der Sterne in der Aufnahme erkennbar ist. Die Zeitrafferaufnahme macht es ebenfalls deutlich. Sie zeigt mehr als 2 Stunden in 11s.

 

 

Video codiert als: XVid/MPEG-4)

 

 

 

 

C/2015 V2 (Johnson) am 29.4.2017, 140 Aufnahmen je 50s durch das 250/1016 Newton im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, addiert mit Fitswork